Mit den Händen in den Hosentaschen schlendere ich die belebte Geschäftsstraße entlang. So lasse ich mich im Meer der Großstadtanonymität treiben. Den Hals tief in den Kragen gezogen schaue ich in die vorbeiziehenden Gesichter. Die meisten wirken so nichts aussagend – ja fast apathisch, mit glanzlosen Augen. Wie mechanisch gesteuert stolzieren die Leute aneinander vorbei. Meinen Gedanken lass ich ungebremst freien Lauf! Eigentlich schon Wahnsinn, wie viele Menschen und wie wenig Humanität sich um mich herum befindet. Ein Lichtblick für das wiedererweckende Interesse an den Mitmenschen ist die schleichende Verarmung der Bevölkerung. Erst wenn die Not wieder größer wird, besinnt man sich auf Grundwerte wie zum Beispiel der Nächstenliebe. Dann wird man sich auch wieder für den Nachbarn mit seinen größeren oder kleineren Problemen interessieren und das Zuhören wieder erlernen.

Aber was soll ich jetzt für unsere Zukunft hoffen? Dass es bald wieder mehr Menschlichkeit gibt oder dass jeder in seinem bisherigen Leben ohne Änderungen verwurzelt bleibt?

 

 

 

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