Es ist ein Wochentag wie jeder andere. Noch schlaftrunken erklimme ich Stufe um Stufe des Altenessener Bahnhofs. Der Slalomlauf um Zigarettenkippen, Papier, leer getrunkene Bierflaschen und  gelben Auswurf beginnt. Mich ekelt es! Oben am Bahnsteig angekommen zeigt sich mir ein dreckiges Bild. Ich springe und hüpfe um nicht irgendwo hineintreten zu müssen und zur Krönung schlage ich einen Haken um Erbrochenem. Wahrscheinlich vom Vorabend. So früh am Morgen krempelt sich bei diesem Anblick auch mir fast der Magen um. Doch ich beherrsche mich. Hoffentlich finde ich auf einer der Stahlbänke eine kleine Insel der Sauberkeit. Doch ich sehe schon von weitem Papiertüten und Wodkaflaschen. Ich gehe weiter zum hinteren Teil des Bahnsteiges, vorbei an einem Mülleimer, der nach Leerung schreit. Abfälle, die dort nicht mehr hineinpassen verteilen sich auf dem Boden. Immer auf der Hut, nicht in etwas hineinzutreten ging es weiter – immer noch in der Hoffnung ein etwas sauberes Plätzchen zu finden. Ich möchte doch nur auf meinen Zug warten!

Hinter einem Stromhäuschen, oder was es auch sein mag, kam es noch schlimmer. Starker Ammoniakgeruch kündigen Urinpfützen und Fäkalien an. Nur nicht dorthin schauen.

Ich überlege; Gibt es hier überhaupt öffentliche Toiletten? Im hinteren Teil hingen noch nicht einmal ein Mülleimer, nur ein Aschenbecher. Deshalb wundert es mich auch nicht, dass hier die Kaffeebecher herumfliegen. Die Bänke laden auch hier nicht zum sitzen ein. Eine blutverschmierte Nadel ist das erste, was ich hier wahrnehme. Hoffentlich kommt bald die S-Bahn und erlöst mich von diesem Anblick, dem ich täglich ausgesetzt bin!

Ich bezahle monatlich für einen Service, der Kundenunfreundlicher nicht sein kann!

Allzeit gute Fahrt!

Advertisements