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Ich saß am Rechner und schrieb gemütlich an meiner neuen Geschichte. Im Hintergrund lief leise alter Reggae von Toots and the Maytals. Zwischendurch habe ich hier und da noch ein Telefonat entgegengenommen, das für mich immer wieder eine kreative Pause bedeutete. Doch all die Ruhe, die mich umgab, ließ ich mir durch nichts nehmen. Es war kurz vor 17:00 Uhr als mich plötzlich etwas durchzuckte. Was war das? Ich verlor den Halt auf dem Stuhl, auf dem ich saß. Wollte mich am Tisch festhalten – auch er gab nach. Was war los? Herzinfarkt? Ist meine Zeit gekommen? Ich stand langsam auf, meine Knie gaben nach. Der Boden unter mir wurde weggerissen. Wo war der Sensemann? Ich tastete unwillkürlich nach meinem Herz. Warum verspürte ich keinen Schmerz? Mein Blick fing die edle Rumflasche ein, die halb gelehrt in meinem Büro stand. Doch was war das? Die goldbraune Flüssigkeit bewegte sich wie wild, als würde sie eine unsichtbare Hand schütteln. Überglücklich und beschwingt, dass ich doch noch nicht an einem Infarkt zugrunde ging rannte ich zur Tür. Es ist „nur“ ein Erdbeben. Tür öffnen, Treppen hinunter rennen und vor dem Gebäude warten verlief instinktiv. Dort sammelten sich nach und nach auch all die Nachbarn, mit denen man diese Thematik des Bebens auf karibischer Art und Weise bei einem Bierchen oder Zigarre erörterte. Wie sich herausstellte, kam es von Haiti mit einer Stärke von 7,3 herüber und richtete dort sehr viel Schaden an. Eine Tsunami – Warnung wurde kurz darauf ausgesprochen. Mal schauen, was der Abend und die Nacht noch so bringen. Vielleicht eine weitere Runde Bier mit den Nachbarn.

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