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Das Telefon schreit lauter als sonst. Oder bilde ich es mir nur ein? Es kann nur Einbildung sein. Mein Herz pulsiert wie wild in meinem Brustkorb. Meine Frau geht ran. Sie erzählt und findet kein Ende. Es ist also nicht für mich. Seit ich mich vor einigen Tagen als Fahrer für einen Hilfskonvoi für die Erdbebenopfer im östlichen Teil der Insel einschrieb, stehe ich auf Abruf. Jedes Telefonat kann die Bekanntgabe der Abfahrt Richtung Haiti bedeuten. Mein Rucksack ist gepackt und Kartenmaterial habe ich auch schon herausgelegt. Die Ungewissheit frisst mich auf. Vor allem, seit gestern nach Plünderungen der Ausnahmezustand über das Land verhängt wurde. Es werden auch Fahrzeuge von bewaffneten Banden überfallen, ja sogar Hilfswillige bei Auseinandersetzungen angeschossen. Das macht die Warterei nicht gerade einfacher. Am Vormittag war ich kurz im Koordinationsbüro. Auf Grund der momentanen Lage wird bewaffneter Geleitschutz angefordert oder man tendiert dazu alles per Flugzeug zu senden. Der Nachteil ist dann, dass es nicht die bekommen, denen man es schon mündlich zugesagt hat. Und so schleicht der Minutenzeiger und die Konzentration auf andere Dinge lässt immer wieder nach kurzer Zeit nach. Der einzige Zeitvertreib ist das Schauen von  Nachrichten oder das Lesen des Tickers im Internet über Neuigkeiten in diesem krisenerprobten Land. Es ist nun schon Abend ich wir wissen noch immer nicht wie es weitergeht. Ich warte mal die Nacht ab und bin für jede Überraschung zu haben!

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