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Während ich heute den Rum auf Eis als willkommene Erfrischung am Straßenrand hinterschütte, habe ich es früher in Deutschland noch so erlebt;

Gemütlich vergrabe ich mich in meinen Sessel. Von draußen klopft der Regen an die Fenster. Es ist ungemütlich kalt und dunkel. Doch hier sitze ich im Warmen. Die offenen Flammen im Kamin spielen miteinander. Holz knackt. Da erinnere ich mich an einen Rum, den mir mal jemand aus der Karibik mitbrachte. Das war jetzt genau das Richtige. Ich bereite mir ein Glas mit diesem Exoten zu. Genussvoll inhaliere ich den Duft dieser goldbraunen Flüssigkeit. „Erde!“, war meine erste Assoziation zu dem, was meine Nase einatmet. Ich rieche Erde. Nein! Zucker. Oder? Eine süße Kombination aus Erde und Zucker. Das ist es! Langsam drehe ich dieses aromatische Getränk im Glas und lasse dabei die Eiswürfel kräftig aneinander schlagen. Beim ersten Schluck schließe ich meine Augen und genieße den edlen Tropfen in vollen Zügen. Er rinnt langsam meine Kehle hinab und verbreitet ein angenehm warmes Gefühl. Ich schmecke nun auch den Zucker und die Erde, die ich zuvor schon roch. Aber nicht nur das. Ich schmecke sogar noch mehr! Die Würze der Erde und die Weiten der Zuckerrohrfelder unter karibischer Sonne. Beim nächsten Schluck, den ich noch immer mit geschlossenen Augen nehme, entfaltet sich nun die Seele des Rums, die ich mit allen Sinnen wahrnehme. Ich spüre die Präsenz unzähliger Arbeiter, die mit ihren glänzend dunklen Oberkörpern in fast unerträglicher Hitze mit der Machete ausholten um mit kräftigen Schlägen das fast armdicke Zuckerrohr zu ernten. In mein Ohr dringt das hölzerne Knarren der Mühle, die dem Rohr nach der Ernte den süßen Saft herauspresst. Und dann legt sich da noch der Geschmack von Holzfässern auf meine Zunge, in denen der gute Tropfen gelagert wird um die endgültige Reife zu erlangen. Widerwillig öffne ich meine Augen und nehme die nüchtern klare Umgebung meines Wohnzimmers wahr. Der Blick aus dem Fenster verrät mir durch das nasskalte Klima wo ich mich befinde. Und das ist nicht die Karibik! Da gibt es nur eins; Die Augen wieder schließen und den nächsten Schluck genießen.

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