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Nach einer Woche in La Habana gibt es wieder etwas zu berichten. Es war eine Reise in die Vergangenheit und voller interessanter Erlebnisse. Im Gegensatz zu vielen anderen lateinamerikanischen Ländern habe ich in Kuba keinen Klassismus gespürt. Das machte mich neugierig auf mehr und ich beschloss mit der Bevölkerung enger in Kontakt zu kommen. Wo kann man das besser als auf der Straße, auf Kulturveranstaltungen und in Kneipen.

Kneipen haben den Vorteil, dass man dort die Meinung der Arbeiter hört und diese Meinungen mit jedem Bier lauter und freier werden – und dazu ist das frisch gezapfte Bier in diesen Kaschemmen nicht nur leckerer, sondern auch noch billiger als das Dosenbier anderswo. Was hat ein Kubaner zu seiner Lebenssituation und zur Politik zu sagen?

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Kann man mit einem Monatsgehalt zwischen 18,00 und 30,00 US$ leben? Sind die Lebensbedingungen zumutbar? Gespannt sprang ich in die Fluten von Kontroversen. Es gibt zwei Meinungsmuster; pro oder contra für das sozialistische System in Kuba. Diejenigen, die sich zurückhielten taten dies meines Erachtens aus Angst ihre Meinung frei zu äußern. Doch vernahm ich von denen immer wieder ein zögerliches Nicken des Kopfes als Zustimmung wenn einige sie aktuelle persönliche Situationen kommentierten. Befürworter argumentieren gerne auf die sozialen Errungenschaften, wie z.B. freie Bildung und medizinische Versorgung, die man auf das Gehalt mit zurechnen muss. Das Bildungsniveau sei sehr hoch und im Lang gibt es kein Analphabetismus. Die Sterblichkeitsrate von Kindern ist sehr niedrig. Gegner wiederum berichten, dass man Ärzte auch schmieren muss um die gewünschte Versorgung zu bekommen. Auch wünsche man sich Dinge konsumieren zu können, die in anderen Ländern normal sind. So kostet eine Stunde Internet 4,50 US$ – etwa ein Viertel des Monatseinkommens. Alles in allem war es hoch interessant die Meinungen zu hören.

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DSC06487Auffällig wenn man in La Habana unterwegs ist, sind die vielen alten Mehrfamilienhäusern und Villen, die von vielen Familien in einem baufälligen Zustand bewohnt werden. Dies lässt auf längst vergessenen Reichtum der Stadt schließen. Der Charm macht aber vor allem die Fahrzeuge aus den 40-er, 50-er, 60-er und 80-er Jahren aus. Eine Fahrt in einem Sammeltaxi in einem dieser Oldtimer ist ein muss.
Trotz des Alters sind sie sehr gepflegt und die Fahrer hauchen etwas Geist mit ihrer persönlichen Innengestaltung ein. Die Autos dürfen nicht ins Ausland verkauft werden und gehören zum Nationalen Kulturerbe.

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Eine individuelle Reise nach Kuba mit Aufenthalt in Havanna ist auf jedem Fall empfehlenswert. Man kann viele kulturelle Veranstaltungen wahrnehmen und ein wichtiger Aspekt ist die Sicherheit. Hier kann man ohne größere Bedenken nachts zu Fuß durch die Stadt laufen, was in vielen lateinamerikanischen Ländern nicht möglich ist.

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